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Name:
wissenschaftlicher Name | englischer Name | deutscher Name
Es wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Rotschwanzamazone (Amazona brasiliensis)
engl: Red-tailed Amazon

Ordnung: Papageien (Psittaciformes)

Familie: Papageien (Psittacidae)

Gattung: Amazonen (Amazona)

Fotos: nein

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gefundene Berichte:
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Beschreibung :

Größe: ca. 37cm
Altvögel: Grundfarbe grün; Stirn und Zügel matt-rot; Nacken und Scheitel rosa, Federn mit bläulichen Säumen; Kinn und Wangen blau mit rosa Anflug; Ohrdecken matt violett; Flügelsaum rot; Armschwingen grün, an den Spitzen mit dunkelblau verwaschen; Schwanz grün mit gelblicher Spitze; äußerste Schwanzfedern an den Außenfahnen blau; über den Schwanz verläuft ein breites rot gefärbtes Band; Augenring hellgrau; Schnabel hornfarben mit gräulicher Spitze; Iris orange-rot; Füße hellgrau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale
Jungvögel: matteres Gefieder; Rotfärbung auf der Stirn nur wenig ausgeprägt; Iris dunkel

Unterarten :

keine Unterarten

Verbreitung :

ursprünglich Südost-Brasilien von Südost-Sao-Paulo bis Rio Grande do Sul; heute ist das Verbreitungsgebiet nur noch auf wenige Küstengebiete in Sao Paulo und Parana beschränkt

Lebensweise in freier Natur :

Die Rotschwanzamazonen bewohnen vor allem Wälder entlang der Küste, Araukarien-Wälder werden bevorzugt. Man trifft die Vögel paarweise oder in Schwärmen von bis zu 400 Vögeln an. Gelegentlich kommt es zur gemeinsamen Schwarmbildung mit Prachtamazonen (Amazona pretrei) und Taubenhalsamazonen (Amazona vinacea). Rotschwanzamazonen übernachten meist auf vorgelagerten Inseln und fliegen zur Nahrungssuche auf das Festland. Spätnachmittags kehren die Vögel wieder zu ihren Schlafplätzen zurück, wo sie sehr laut sein können. Meist herrscht zu dieser Zeit große Unruhe im Schwarm, da jedes Paar den besten Schlafplatz besetzen möchte. Nach Einbruch der Dämmerung verhalten sich die Rotschwanzamazonen sehr still, um nicht Feinde auf sich aufmerksam zu machen. Die Nahrung der Rotschwanzamazonen besteht vermutlich aus Baumfrüchten und Blüten. Die Brutsaison liegt zwischen September und Februar. Rotschwanzamazonen sind Höhlenbrüter, sie beziehen oft verlassene Spechthöhlen. Hoch gelegene Nistplätze werden bevorzugt. Höhlen, in denen die Jungenaufzucht gelungen ist, werden meist die darauffolgenden Jahre erneut vom Paar benutzt. Das Gelege besteht aus 2-4 Eiern, die Nestlingszeit beträgt 50 bis 55 Tage. Rotschwanzamazonen sind vom Aussterben bedroht, die Gesamtpopulation wird auf 3000 Vögel geschätzt. Hauptgründe für den Bestandsrückgang sind die fortschreitende Waldzerstörung und der Wildvogelhandel.

Haltung in Menschenobhut :

Als Voliere wird eine Metallkonstruktion mit den Maßen 4m x 2m x 2m (Länge x Breite x Höhe) empfohlen. Noch nicht eingewöhnte Vögel benötigen Temperaturen von mindestens 22 Grad, akklimatisierte Tiere sollten bei mindestens 15 Grad überwintern können. Rotschwanzamazonen sind meist etwas träger als andere Amazonen. Das Nage- und Badebedürfniss der Vögel ist stark ausgeprägt, sie sollten ständig Beschäftigungsmöglichkeiten und eine Badestelle vorfinden. Desweiteren ist auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit (60-70%) zu achten. Rotschwanzamazonen sind zur Gemeinschaftshaltung mit anderen Arten meist nur sehr bedingt geeignet.

Zucht in Menschenobhut :

Die Zucht ist nur wenig gelungen. Zur Brutzeit sollte man das Paar unbedingt von anderen Tieren trennen, um unnötige Komplikationen zu vermeiden. Wie andere Amazonenarten können Rotschwanzamazonen während der Brutzeit auch gegen den Pfleger stark aggressiv werden. In Innenräumen schreiten Rotschwanzamazonen öfters im Winter zur Brut, wobei stets für eine warme Temperatur geachtet werden muss. Maße für den Nistkasten: 30cm x 30cm x 60cm, Durchmesser des Einschlupfloches: 8cm. Das Gelege besteht aus 2-4 Eiern, meist gibt es mehrere unbefruchtete Eier. Die Brutdauer beträgt ca. 26 Tage, nach 8 Wochen Nestlingszeit fliegen die Jungvögel aus.

Ernährung in Menschenobhut :

Körnerfutter, welches vor allem zur Brutzeit gekeimt gereicht werden sollte, stellt die Grundnahrung dar und sollte in etwa 50-60% der Gesamtfuttermenge ausmachen. Das Amazonen-Grundfutter kann sich z.B. aus folgenden Sämereien zusammensetzen: Dari, Kardi, Weizen, Rohreis, Buchweizen, Leinsaat, Hanfsaat, Haferkerne, Hirse, Kanariensaat, Paddy-Reis, Milokorn. Gelegentlich können wenige (!) Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne oder Zirbelnüsse beigemengt werden. Neben dem Körnerfutter benötigen die Tiere unbedingt Frischkost in Form von Obst, Gemüse und Grünfutter. Zur Fütterung geeignete Sorten sind z.B. Apfel, Birne, Banane, Mandarine, Orange, Mango, Mandarine, Erdbeere, Himbeere, Ananas, Paprika, Gurke, Karotte, rote Beete, Kresse, Vogelmiere, Gras, Löwenzahn, etc. Neben Frischkost und Körnerfutter sollte ab und zu diverses Zusatzfutter, wie z.B. frische Obstbaumzweige, Mineralstoffgaben, Grit, tierisches Eiweiß (vor allem während der Brutzeit!), halbreife Maiskolben oder auch Hirsekolben gereicht werden.

Literatur :

Bücher:

Amazonen - Hoppe, Dieter - Ulmer Verlag
Amazonen - Bosch / Wedde - Horst Müller Verlag
Amazonen - W. und S. Lantermann - GU-Verlag

Zeitschriften:

Bueno, Migel - Zucht der Rotschwanzamazone im Loro Parque - Papageien 6/2000
Lalime-Bauer, Jolone - Die Rotschwanzamazone - Gegenwärtiger Stand unserer Schutzbemühungen - Papageienkunde 1/99
Martuscelli, Paulo - Die Rotschwanzamazone - Papageien 10/95
Scherer Neto, Petro, Dr. - Die Rotschwanzamazone hat eine ungewisse Zukunft - Papageien 1/1988

Betreuer: Doris Widtmann - Homepage
Letzte Änderung dieser Seite: 16 Juli 2001 00:26 Uhr

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