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Name:
wissenschaftlicher Name | englischer Name | deutscher Name
Es wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Blaukopfamazone (Amazona arausiaca)
engl: Red-necked Amazon

Ordnung: Papageien (Psittaciformes)

Familie: Papageien (Psittacidae)

Gattung: Amazonen (Amazona)

Fotos: nein

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Beschreibung :

40 cm groß; Grundfarbe grün; Federn am Nacken und Rücken mit schmaler schwärzlicher Säumung; Zügel, Stirn, Vorderscheitel, Augen- und oberer Wangenbereich violettblau; seitlicher Nackenbereich und Brust mit individuell unterschiedlich ausgeprägtem roten Band; Flügelsaum und Unterschwanzdecken gelbgrün; Handschwingen dunkelgrün mit violettblauen Spitzen; Handdecken dunkelgrün; Unterseite der Schwingen blau; Schwanzfedern grün mit breiten gelblichen Spitzen; äußere Schwanzfedern mit roter Basis an den Innenfahnen und violettblauen Außenfahnen; nackter Augenring grau; Schnabel grau-hornfarben mit dunkelgrauer Spitze; Iris orangerot; Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale; Jungvögel mit dunkler Iris

Verbreitung :

Insel Dominica (Kleine Antillen)

Lebensweise in freier Natur :

Blaukopfamazonen sind in den Tiefland- und Bergwäldern in Höhen von bis zu 780 m anzutreffen. Derzeit kommt die Art nur noch in den nördlichen zwei Dritteln der 751 qkm großen Insel vor, früher umfasste der Lebensraum der Amazonen auch den südlichen Inselteil. Vor allem nach dem Hurrikan "David" (1975) gab es starke Bestandsrückgänge, die Gesamtpopulation wurde nur noch auf 250-400 Tiere geschätzt. Gründe für derartige Populationsveränderungen sind wie erwähnt die regelmäßig auftretenden Wirbelstürme, die Zerstörung des ursprünglichen Habitates und die Jagd. Nicht zuletzt tragen auch Brutplatzkonkurrenten wie z.B. die Perlaugen-Spottdrossel (Margarops fuscatus) zur Dezimierung bei. Blaukopfamazonen werden heute meist nur noch paarweise oder in kleinen Gruppen gesehen, gelegentlich sind sie auch zusammen mit den noch stärker vom Aussterben bedrohten Kaiseramazonen (Amazona imperialis) anzutreffen. Vormittags und am späten Nachmittag gehen die Tiere auf Nahrungssuche, die Mittagsstunden verbringen sie ruhend in den Kronen hoher Bäume. Dort verhalten sie sich meist sehr leise und sind nur schwer auszumachen. Blaukopfamazonen sind vorsichtig und wachsam, bereits bei geringen Störungen fliegen sie laut kreischend auf. Der Flug der Amazonen ist schnell und wird regelmäßig durch Gleitphasen unterbrochen. Die Vögel fliegen meist in geringer Höhe direkt über den Baumkronen hinweg. Sie lassen dabei stets ihre rauhen und krächzenden Rufe hören, wodurch der Paar- bzw. Schwarmzusammenhalt gesichert wird. Die Nahrung der Blaukopfamazonen besteht aus Samen, Früchten und Beeren. Wahrscheinlich werden auch Knospen und Nüsse aufgenommen. Außerdem können die Vögel regelmäßig beim Fressen von Orangen und Grapefruits in den Plantagen beobachtet werden. Die Brutzeit liegt vermutlich zwischen März und Juli. Als Nistplätze werden Baumhöhlen in großer Höhe, in einem Fall um die 25 m, verwendet. In der direkten Umgebung des Brutbaumes verhalten sich die Blaukopfamazonen äußerst leise, um keine Nesträuber auf sich und die Küken aufmerksam zu machen. Das Gelege besteht in der Regel aus einem, höchstens zwei Eiern. Nähere Einzelheiten zum Brutverhalten sind nicht bekannt.

Haltung in Menschenobhut :

Blaukopfamazonen werden äußerst selten in Menschenobhut gepflegt. Aufgrund des lebhaften Verhaltens, das die Vögel vor allem in den frühen Vormittags- und späten Nachmittagsstunden zeigen, muss eine möglichst große Voliere gewählt werden. Ideal ist die Unterbringung in einer Außenvoliere mit anschließendem Schutzraum, wobei die Größe des Außengeheges mindestens 5 m x 3 m x 2,5 m (Länge x Breite x Höhe) betragen sollte. Metallkonstruktionen sind unbedingt vorzuziehen, da Blaukopfamazonen zu den argen "Holzzerstörern" zählen. Aufgrund des ausgeprägten Nagebedürfnisses sollten regelmäßig frische Zweige gereicht werden. Blaukopfamazonen sind relativ laute Papageien, die vor allem in den frühen Morgenstunden mit durchdringender Stimme schreien. Die Mittagsstunden verbringen die Vögel meist dösend in einer schattigen Ecke der Voliere. Blaukopfamazonen stammen aus einem Gebiet mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, um das Gefieder intakt zu halten müssen sie daher regelmäßig abgeduscht werden.

Zucht in Menschenobhut :

Die Zucht ist bislang nicht gelungen. Es ist lediglich eine Mischlingszucht zwischen einem Blaukopfamazonen-Männchen und einem Gelbscheitelamazonen-Weibchen (Amazona ochrocephala) bekannt. Eine weitere Zucht gelang mit diesem Jungen und einem weiteren Blaukopfamazonen-Männchen.

Ernährung in Menschenobhut :

Körnerfutter, das vor allem zur Brutzeit im gekeimten Zustand gereicht werden sollte, stellt die Grundnahrung dar und macht in etwa 50-60% der Gesamtfuttermenge aus. Die Körnermischung kann sich z.B. aus folgenden Sämereien zusammensetzen: Dari, Kardi, Weizen, Rohreis, Buchweizen, Leinsaat, Hanfsaat, Haferkerne, Hirse, Kanariensaat, Paddy-Reis und Milokorn. Gelegentlich können wenige (!) Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne oder Zirbelnüsse beigemengt werden. Neben dem Körnerfutter benötigen die Tiere unbedingt Frischkost in Form von Obst, Gemüse und Grünfutter. Zur Verfütterung geeignete Sorten sind z.B. Apfel, Birne, Banane, Mandarine, Orange, Mango, Erdbeere, Himbeere, Ananas, Paprika, Gurke, Karotte, rote Beete, Kresse, Vogelmiere, Gras, Löwenzahn, etc. Weitere Futterzusätze sind z.B. frische Obstbaumzweige, einheimische Wildfrüchte (Hagebutten, Vogelbeeren, etc.) tierisches Eiweiß (vor allem während der Brutzeit!), Grit, halbreife Maiskolben und Hirsekolben.

Literatur :

Amazonen - Hoppe, Dieter - Ulmer Verlag
Lexikon der Papageien, Band 4 - Arndt, Thomas - Arndt Verlag
Handbuch der Vogelpflege, Papageien Band 3 - Robiller, Franz - Ulmer Verlag
Papageienkunde - Lantermann, Werner - Parey-Buchverlag
Die Ernährung der Papageien und Sittiche - Künne, Hans-Jürgen - Arndt Verlag
Dominica, Heimat der Kaiser- und Blaukopfamazone - Schallenberg, Karl-Heinz - Papageien 10/2000

Betreuer: Doris Widtmann - Homepage
Letzte Änderung dieser Seite: 26 Juni 2002 15:59 Uhr

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